Ich werde oft gefragt wofür der Drache im Namen Dragon Dreaming steht.

Nach fast 30 Jahren „klassischem“ Projektmanagement habe ich 2012 Dragon Dreaming kennen gelernt – zu einem Zeitpunkt als ich glaubte, alle für mich wichtigen Aspekte von Projektmanagement zu kennen.

Nach einem Intensivseminar mit John Croft wollte ich beweisen, dass Dragon Dreaming nicht funktioniert. Ich muss gestehen, dass ich gescheitert bin. Die viele Tools aus dem reichhaltigen Werkzeugkasten von Dragon Dreaming funktionieren doch! Und noch wichtiger: Eine zentrale Grundhaltung in Dragon Dreaming Projekten bringt den Menschen und dessen Wachstum ins Zentrum der Aufmerksamkeit; d.h. ein Ziel in jedem Dragon Dreaming Projekt ist, dass alle beteiligten Menschen persönlich wachsen.

Hier kommt nun der Drache ins Spiel. Er ist ein mächtiges furchteinflößendes Wesen. Er steht am Beginn eines Projektes für meine Ängste; z.B. die Angst vor großen Gruppen zu sprechen, die Angst Verantwortung zu übernehmen, die Angst vor Konflikten, die Angst zu versagen oder Nein zu sagen, u.v.m. Im Projekt wähle entsprechende Aufgaben und stelle ich mich so dieser Angst. Getragen von der Gemeinschaft des Projektteams, dem Wissen, der Erfahrung und der Unterstützung von KollegInnen, kann ich mich auf bisher nicht betretenes Terrain begeben. Auf diese Weise kann ich selbstbestimmt lernen und wachsen. Die Chance ist groß, dass sich am Ende des Projektes meine Angst vor dem Drachen in meine Kraft verwandelt hat – ich habe Angst als Kraftquelle für mich entdeckt – ich tanze mit meinem Drachen.

So gehe ich in das nächste Projekt. Ich suche meinen nächsten Drachen. Das Spiel beginnt von Neuem – ich setze eine Spirale der persönlichen Entwicklung in Gang.

Dieses Thema wird auch in einem Artikel vom März 2017 auf der internationalen Dragon Dreaming Seite besprochen: Was hat der biblisch geprägte europäische Drachenmythos mit dem Dragon Dreaming zu tun?