“Dragon Dreaming Berlin-Brandenburg ist eine solidarische Arbeitsgemeinschaft von Facilitatoren mit zusätzlichen Qualifikationen, die als Genossenschaft organisiert ist und die nach den Prinzipien einer Empty Centered Organisation funktioniert. Als ProzessbegleiterInnen begleiten wir co-creative Gruppenprozesse mit ganzheitlichen Methoden zur Projektgestaltung und geben unser Wissen in Trainings weiter.”

Dieses Projektziel gaben wir uns am Samstag, den 23. Januar 2016. Wir waren sehr enthusiastisch.

Wir, Andreas Boegner, Angelika Schall, Friederike Abitz, Andrea Piec und Sven Gumbrecht, trafen uns als Gruppe, um herauszufinden, ob und wie wir gemeinsam Dragon Dreaming Berlin-Brandenburg (DDBB) entwickeln wollen.

Es war natürlich klar, das wir unseren Gruppenprozess und das Projekt mit Dragon Dreaming gestalten werden und so haben wir an diesem Wochenende ausgiebig geträumt, geplant, gehandelt und gefeiert.

Unsere ersten Umsetzungsschritte waren eine Neukonzeption von Einführungs- Intensivkurs.

Im Februar 2016, veranstalteten Andrea und Sven in Berlin noch einen Einführungskurs nach altem Muster, dessen inhaltliche Fülle, wie so oft, zu wenig Zeit zu ganzheitlichem Erleben der Prozessschritte ließ, Deshalb wollten wir in einer Neukonzeption allen vier Qualitäten, auch Handeln und Feiern besonderen Raum geben und praktisch erlebbar machen.

Friederike und Sven führten im Mai 2016 einen neuartigen Intensivkurs durch. Die TeilnehmerInnen konnten tiefer in die Methode des Dragon Dreaming einsteigen, indem sie im Kurs die Begleitung der dazu eingeladenen Projektgruppe “Arche Metropolis” übernahmen.

Neben der guten Konzeption des Kurses, trugen die TeilnehmerInnen und ihr eingebrachtes Prozesswissen, die tolle Location bei Friederike mitten in Berlin-Neukölln und das leckere Essen, von Andrea und Andreas frisch vor Ort zubereitet, zum Gelingen des 4-Tage-Workshops bei.

Aus privaten Gründen verabschiedete sich Friederike bei unserer “Herbsternte 2016” aus DDBB. Im November verbanden wir einen Einführungskurs mit konkreter Projektbegleitung der Initiative LebensMittelPunkt Spandau (LMPS). Darin brachten wir vier ProzessbegleiterInnen uns auch abwechselnd in der Küche ein. Das war für alle eine sehr neue und zugleich positive Erfahrung, die jedoch auf Dauer von uns als Modell verworfen wurde.

In das Jahr 2017 starteten wir mit dem festen Wunsch nun einen völlig neu konzipierten Einführungskurs anzubieten. Im Mai war es dann endlich soweit. Die Rollen als BegleiterInnen (Angelika und Andreas) und Küchenteam (Andrea und Sven) waren diesmal getrennt. In dem allmorgendlichen „Einschwingen“ – “Check-in ” erscheint uns als Begriff zu technoid – tauschten wir trotzdem als gesamtes Team, unsere Erfahrungen aus den jeweiligen Arbeitsbereichen aus. Dadurch unterstützten und beflügelten wir uns gegenseitig.

Mit diesem Kurs war es uns endlich gelungen, alle Phasen vom Träumen über das Planen zum Handeln und Feiern abzubilden. Die TeilnehmerInnen entwickelten in diesem Kurs nicht nur ein eigenes Projekt, sondern setzten es auch um. In 2 Tagen hatten sie ein kleines Gesamtkunstwerk aus Landart, Performance und Musik geschaffen und darüber hinaus genügend Zeit zum Austausch.

Für den Herbst überarbeiteten wir nochmals unser Intensivkurskonzept. Es sollte auf dem vor allem selbsterfahrungsorientierten Einführungskurs aufbauen. Nach dem konkreten Erleben, dass Dragon Dreaming nicht mit dem Karabirrdt endet, wollten wir das notwendige Hintergrundwissen vermitteln und viele Übelemente einbauen. Der zu geringen Anmeldungen wegen mussten wir diesen Kurs leider absagen.

Kurse außerhalb des Alltagslebens der TeilnehmerInnen an Orten außerhalb Berlins stattfinden zu lassen, ist in der Regel als positive Erfahrung bestätigt worden, weil der Lernprozess ohne äußere Störungen vonstatten gehen kann. Trotzdem ist dies anscheinend ein Hinderungsgrund, sich anzumelden. Ein Komplettangebot aus Kurs, Essen und Übernachtung scheint für viele zu teuer. Daneben ist vielleicht auch die Kursdauer eines ganzen Wochenendes neben Job und Familie ein zusätzliches Problem. Als Genossenschaft, wie ursprünglich im Januar 2016 geplant, könnten wir als Institution diese Weiterbildungen als Bildungsurlaub anbieten, was die Sache erleichtern würde.

Andrea hat bei unseren Kursen ihre Liebe zum Kochen für große Gruppen entdeckt. Ihre Gerichte wurden von den TeilnehmerInnen als “leichte, leckere und unterstützende Kurskost” wertgeschätzt. Sie hat sich deswegen in ihren neuen Beruf als Mietköchin verabschiedet. Wir wünschen ihr sehr, dass jetzt viele andere Menschen in den Genuss ihrer Künste kommen.

Vegane Leckereien_DD BB_Genshagen Mai 2017

In den vergangenen zwei Jahren hatten wir eine gute Zeit miteinander. Wir haben uns in unseren über Berlin und Brandenburg verstreuten Heimatorten reihum zu unseren Treffen besucht und damit auch das persönliche Lebensumfeld einer jeden von uns wertschätzen gelernt. Wir haben als Gemeinschaft Dragon Dreaming Berlin-Brandenburg den gesamten Projektdurchlauf mit allen Höhen und Tiefen am eigenen Leib erfahren und auf diese Weise das gelebt, was wir anderen predigen. Diese gemeinsame Zeit möchte niemand von uns missen.

Für einen neuen Projektkreislauf ab Frühjahr 2018 wird es nun darauf ankommen, neue MitstreiterInnen zu gewinnen, um weiterhin regelmäßige Dragon-Dreaming-Kurse im Raum Berlin und Brandenburg anbieten zu können.

von Sven Gumbrecht