Im Januar 2016 haben wir uns zu fünft für ein Wochenende in Berlin getroffen zu einem Neustart von Dragon Dreaming Berlin Brandenburg. Drei die schon länger in Berlin dabei waren und zwei weitere DD-Trainer die in Berlin wohnten, aber nicht zu diesem Kreis dazugehörten. Es war Zeit für einen neuen Traum.

Seither treffen wir uns einmal im Monat für einen ganzen Tag, um die Fragen, die dieses Wochenende zum Dragon Dreaming aufgeworfen hatte, zu bearbeiten und langsam aber sicher unser Karabirrdt mit Leben zu füllen. Wir haben u.a. einen praxisbezogenen Einführungs- und Intensivkurs entwickelt und machen uns Gedanken über weitere neue Formate.

Wir stellten fest, dass, obwohl wir unserer Aufgaben abarbeiteten, sie sich zugleich auch vermehrten und die Zeit oft nicht gereicht hatte. Und dann war ein Monat Pause mit z.T. wenig Kontakt zu einander. Welche Möglichkeit gab es diese Situation zu ändern?

Wir haben uns an unsere Kurse bei John Croft erinnert und die von ihm vorgestellten 12 Fragen von Harvey Jackson. Sie haben bei uns inzwischen einen Entwicklungsprozess durchlaufen, der wahrscheinlich noch nicht beendet ist. Da wir weit auseinander leben, treffen wir uns nicht, sondern telefonieren miteinander. Als Gruppe haben wir es so geregelt, dass derjenige der die Fragen stellt, sie nicht vom Befragten wieder gestellt bekommt. Der Befragte stellt die 12 Fragen einem nächsten aus dem Kreis. Das geht so fort bis sich der Kreis schließt. So hat jeder von uns zwei Kontaktpersonen. Wir wechseln nach ca. 3 Monaten die Geprächspartner, damit keine eingefahrenen Bahnen entstehen. Um die zeitliche Belastung gering zu halten, haben wir es so eingerichtet, dass der Befragte erst in der darauf folgenden Woche seine Fragen seinem anderen Intervisionspartner stellt. Auf diese Weise haben wir jede Woche im zweiwöchntlichen Rhytmus abwedchselnd mit einem unserer beiden Gesprächspartner Kontakt. Damit haben wir den zeitlichen Zwischenraum unserer Treffen gut überbrückt: die Gruppe und das Vertrauen zueinander wachsen auf diese Weise spürbar.

Wir nutzen die 12 Fragen für die Intervision in unserer Gruppe, allerdings nicht nur auf unser Dragon Dreaming Projekt bezogen, sondern zu persönlichen Fragen und Aufgaben.

Für mich sind diese Fragen eine Hilfe mich mir selbst gegenüber zu verpflichten: Aufgaben die ich einem anderen gegenüber genannt habe, kann ich nicht mehr einfangen. Das Vertauensvolle des Zweiersettings macht es mir leicht, alles, was in den nächsten 2 Wochen vor mir liegt, zu benennen. Ich ertappe mich dann am Ende dieser Zeit dabei, bevor ich das nächste Mal gefragt werde, dass mir plötzlich doch noch einige Dinge einfallen, die mir durch die Lappen gegangen sind. Manche schaffe ich dann noch kurz vorher zu erledigen, -schließlich will ich auch was zu feiern haben-, aber es bleiben auch immer welche liegen. Da sind dann die Fragen was mich gehindert hat und wie ich mich selbst boykottieren kann der Selbsterkenntnis sehr hilfreich, wie auch die geteilte Erfahrung in der Wiederholung nach 14 tagen, dass sich eingefahrene Gewohnheiten nicht wie mit einem Fingerschnipsen mit einem Mal verändern. Die Fragen und das Antworten erfordern mehr Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Andereseits ist die Frage, ob es noch notwendig ist, die nicht vollbrachten Aufgben zu erledigen, entlastend. Dabei musste ich entdecken, wie schwer es mir immer wieder fällt, in meine Verantwortung übernommene Aufgaben loszulassen, weil sie nicht mehr wirklich wichtig sind. Es fühlt sich wie eine kleine persönliche Niederlage an und ich brauche Zeit diese samt der Aufgabe gehen zu lassen. Zugleich kann ich als Fragender erleben, dass die Anderen auch Schwierigkeiten haben und dass ich damit nicht allein bin.

Zu meinen Erfahrungen mit den 12 Fragen gehört, wie positiv es sich auswirkt, dass die Fragen nur gestellt werden ohne sie zu kommentieren, wodurch sie nicht bewertend sind. Ich lerne auf diese Weise selbst genug über meine Schwächen und Stärken, auch dass ich nicht perfekt sein muss, aber dass dieser Spiegel, der mir hier in dieser Neutralität vorgehalten wird, eine Hilfe ist.

Andreas Boegner